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Sophie

Wird Psychotherapie übernommen?

Ja, und die Regel hat sich am 1. Juli 2022 grundlegend geändert. Psychotherapie bei einer Psychologin wird nun auf Anordnung einer Ärztin übernommen — auch Ihrer Hausärztin.

Was sich 2022 geändert hat

Vor Juli 2022 übernahm die Grundversicherung Psychotherapie bei Psychologinnen nur in «delegierter» Form: die Therapeutin musste in der Praxis einer Ärztin und unter deren Verantwortung arbeiten. Viele zahlten deshalb selbst — oder verzichteten.

Seither gilt das Anordnungsmodell: eine Ärztin — Hausärztin, Kinderärztin oder Psychiaterin — ordnet die Psychotherapie an, und die zugelassene psychologische Psychotherapeutin rechnet direkt mit der Grundversicherung ab. Der Umweg über eine Psychiaterin entfällt.

Wie viele Sitzungen

Eine Anordnung deckt fünfzehn Sitzungen. Sie wird einmal auf blossen Entscheid der Ärztin verlängert, insgesamt also dreissig Sitzungen.

Darüber hinaus braucht die Fortsetzung einen begründenden Bericht und die Zustimmung des Vertrauensarztes. In einer Krise kann eine Ärztin eine rasche Behandlung anordnen, ohne abzuwarten: warten Sie nicht, bis das Verfahren «in Ordnung» ist, um Hilfe zu holen.

Was an Ihnen bleibt

Die gewöhnlichen Regeln: Ihre Franchise, dann der Selbstbehalt von 10 Prozent, gedeckelt bei CHF 700 pro Jahr für Erwachsene. Eine Sitzung kostet meist zwischen CHF 150 und 200.

Genau hier lohnt sich eine tiefe Franchise. Dreissig Sitzungen im Jahr ergeben leicht CHF 5 000 Kosten: mit einer Franchise von CHF 2 500 strecken Sie diese alle vor, bevor die Erstattung überhaupt beginnt.

Sophies Ratgeber